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TheRealReal kämpft mit gefälschten Designerartikeln

TheRealReal kämpft mit gefälschten Designerartikeln

Die Designerbörse TheRealReal wirbt mit einem rigorosen Anti-Fälschungs-Versprechen – und wird jetzt beschuldigt, dieses Versprechen nicht zu erfüllen. Kritiker bemängeln, dass Plagiate durch unzureichende Echtheitsprüfungen nicht erkannt werden würden.



Kunden könnten sich nicht darauf verlassen, ausschließlich Originalprodukte zu kaufen

Autor: Emilie Bargueno, International Product Manager bei tesa scribos

Der Luxusgüterbörse TheRealReal wird vorgeworfen, von ihr verkaufte Waren nicht effektiv auf Echtheit zu prüfen. Entgegen des Markenversprechens des Anbieters könnten Kunden nicht sicher sein, ausschließlich Originalprodukte zu erhalten, so das Ergebnis von Untersuchungen der US-Verbraucherschutzorganisation The Capitol Forum. Demnach könnten gefälschte Artikel aufgrund ineffektiver Prüfungen durch TheRealReal unentdeckt verkauft werden.

TheRealReal verkauft sowohl online als auch im stationären Handel gebrauchte Markenartikel und positioniert sich als verlässliche Quelle für gebrauchte Designer- und Luxusprodukte. Der aus den USA stammende Anbieter verspricht, dass jedes einzelne Produkt vor Verkauf gründlich auf Echtheit überprüft würde; die Firma beschäftige über einhundert entsprechende Experten. Nun musste TheRealReal einräumen, dass teilweise lediglich als Texter angestellte Beschäftigte die Produkte authentifizierten, falls das Fälschungsrisiko als gering eingestuft wird.

Verbraucherschützern zufolge wird allerdings sogar die Mehrheit der Echtheitsprüfungen von Textern anstatt von Experten durchgeführt. Diese würden nur unzulänglich geschult und stünden unter großem Zeitdruck, so The Capitol Forum. Von Mitarbeitern werde erwartet, täglich bis zu 155 Artikel zu authentifizieren, was eine effektive Prüfung unmöglich mache. Ähnliche Vorwürfe erhebt auch der US-Nachrichtensender CNBC, nachdem er rund 40 ehemalige Mitarbeiter von TheRealReal interviewte. Eigenen Angaben zufolge liegen CNBC Unterlagen vor, welche die unzuverlässigen Prüfpraktiken und strengen Quoten für Mitarbeiter belegen.

Die neuesten Vorwürfe sind nicht die ersten Anschuldigungen gegen TheRealReal. Auch Designer meldeten sich bereits zu Wort. So etwa die Schuhdesignerin Amina Muaddi, die TheRealReal für den Verkauf falscher Artikel auf der Website kritisierte: „Ich war enttäuscht, dass eine Website wie @therealreal eine überteuerte gefälschte Version des Schuhs verkauft, die ich nie in einer flachen Version gemacht habe", so Muaddi auf Instagram. Auch der französische Luxusgüterhersteller Chanel Inc. ging bereits im letzten Jahr wegen des Verkaufs gefälschter Handtaschen gegen TheRealReal vor. Ein Urteil steht noch aus.

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