Schmähpreis Plagiarius kürt erneut dreiste Fälschungen

Schmähpreis Plagiarius kürt erneut dreiste Fälschungen

Mit dem Negativ-Preis Plagarius wurden jetzt wieder dreiste Fälscher angeprangert, die Rechte deutscher Hersteller verletzen. Alle diesjährigen „Gewinner“ kamen aus China.



Bewusstsein schaffen

Autor: Emilie Bargueno, International Product & Market Manager bei tesa scribos

Den ersten Platz vergab die Jury der Aktion Plagiarius e.V. am 8. Februar an das bis ins Detail nachgebaute Imitat eines Schrägsitzventils der baden-württembergischen Firma Bürkert. Auf Platz zwei und drei landeten die Fälschung eines Spielzeugbaggers von Bruder Spielwaren sowie das Plagiat eines Bräters des nordrhein-westfälischen Herstellers Zwilling (siehe Titelbild). Ein sogenannter Hyänen-Preis rügte zudem gleich 19 einzelne Nachahmer eines Bewegungsmelders des Elektronik-Unternehmens Steinel.

Die dreisten Plagiate stammten allesamt aus China; vertrieben wurden sie in Europa und teils in der Türkei. Zumeist hatten die Fälscher die originalen Designelemente eins zu eins übernommen, in der Herstellung aber oft minderwertige Materialien verwendet. So war etwa der gefälschte Zwilling-Bräter nicht aus Gusseisen, sondern aus Aluminium gefertigt worden. Aufgrund der schlechten Qualität können die mit dem Plagiarius ausgezeichneten Imitate schwerwiegende Sicherheitsrisiken darstellen.

Mit ihrem Negativ-Preis, der seit 1977 jährlich vergeben wird, möchte die Aktion Plagiarius e.V. Politik und Verbraucher für Produkt- und Markenpiraterie sensibilisieren. Im Vorfeld der Preisverleihung hatten sich sogar bereits zahlreiche Nachahmer mit den Originalherstellern geeinigt – wohl auch aus Angst vor öffentlicher Bloßstellung. Dementsprechend erhofft sich etwa der betroffene Originalhersteller Bürkert von der Preisverleihung einen Abschreckungseffekt: Fälschern solle bewusst gemacht werden, dass „Bürkert sich gegen Schutzrechtsverletzungen mit allen Mitteln wehrt”, so das Unternehmen.

Auch Bruder Spielwaren sieht die Preisverleihung als Gelegenheit, auf Produktpiraterie aufmerksam zu machen. Plagiate des bayerischen Unternehmens werden dabei nicht zum ersten Mal durch den Schmähpreis gerügt. „Dass wir zum siebten Mal seit 2004 berücksichtigt wurden, fassen wir gewissermaßen nicht als Ehre auf: Es scheint zu lohnen, Bruder-Modelle zu fälschen”, so Geschäftsführer Heinz Bruder.

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Quellen

Aktion Plagiarius e.V., Bürkert GmbH & Co. KG, BRUDER Spielwaren GmbH + Co. KG

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