losses due to counterfeits france

Frankreich: Fälschungen verursachen milliardenschwere Verluste

Das Fälschungsproblem in Frankreich wächst rasant und verursacht jährlich einen wirtschaftlichen Schaden von rund 7 Milliarden Euro, so ein aktueller Bericht. Der starke Anstieg sei auch auf einen bestimmten Vertriebskanal zurückzuführen.



Starker anstieg der Fälschungen in Frankreich

Autor: Marlene Ende, Head of Marketing bei tesa scribos

Ein aktueller Bericht des französischen Parlaments diagnostiziert die starken Auswirkungen von Produktpiraterie und Markenpiraterie in Frankreich. In besonders stark betroffenen Sektoren betrage der jährliche Schaden bereits rund 7 Milliarden Euro. Zudem steige der Wert der beschlagnahmten Fälschungen, von 285 Millionen im Jahr 2016 auf 388 Millionen Euro im Jahr 2019.

Der direkte Umsatzverlust durch Fälschungen in elf besonders betroffenen Wirtschaftszweigen betrage demnach über 6,9 Milliarden Euro, so der Bericht der Abgeordneten Christophe Blanchet (LREM) und Pierre-Yves Bournazel (Agir). Nicht eingerechnet sind dabei die verlorenen Steuer- und Sozialversicherungseinnahmen. Besonders stark betroffen sind die Bekleidungs- und Kosmetikindustrie. Mit rund 3,6 Milliarden Euro Umsatzverlust liegt die Bekleidungsindustrie dabei deutlich vor der am zweitstärksten betroffenen Kosmetikindustrie, die Verluste von rund 1,2 Milliarden Euro verbucht. Ebenfalls stark von Plagiaten betroffen sind Medikamente (ca. 960 Millionen Euro Umsatzverlust), Smartphones (ca. 380 Millionen Euro Umsatzverlust) und Pestizide (208 Millionen Euro Umsatzverlust). Insgesamt gingen so über 38.000 Arbeitsplätze verloren.

Eine wichtige Rolle für die Zunahme des Plagiatshandels spiele der Onlinehandel, so der Bericht. Laut einer angeführten Studie des französischen Industrieverbands UNIFAB gaben 31 Prozent der Fälschungskäufer an, Fälschungen im Internet gekauft zu haben – bei den 15- bis 18-Jährigen sogar jeder Zweite. Im Jahr 2019 waren bereits 30 Prozent der Beschlagnahmungen und 60 Prozent der eingeleiteten Verfahren auf den E‑Commerce zurückzuführen. Die Menge der in Frachtzentren umgeschlagenen Sendungen mache es dem Zoll dabei nahezu unmöglich, alle Fälschungen effektiv abzufangen.

Beispielsweise fingen Zollbeamte im Jahr 2019 rund 71.000 gefälschte Medikamente in Frankreich ab – die überwiegende Mehrheit davon in Sendungen des E-Commerce. Konfisziert wurden etwa Entzündungshemmer, Schmerzmittel und Antiseptika. Das Hauptursprungsland von Pharma-Plagiaten sei Indien, gefolgt von Mauritius (nach einem ungewöhnlichen Fahndungserfolg) und China.

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