Zoll greift gegen Fälschungen auf der Automechanika 2018 durch

Zoll greift gegen Fälschungen auf der Automechanika 2018 durch

Der Zoll hat auf der internationalen Automobil-Fachmesse Automechanika über 800 potenzielle Markenfälschungen aus aller Welt beschlagnahmt; mehr als fünfmal so viele wie im Jahr 2016. Jetzt laufen Ermittlungsverfahren gegen 67 mutmaßliche Täter.



Anzahl der beschlagnahmten Produkte stark gestiegen im Vergleich zu 2016

Dr. Steffen Scheibenstock, Int. Product & Market Manager bei tesa scribos

Über 800 mutmaßliche Plagiate und noch einmal so viele Produktkataloge, die vermutlich Fälschungen bewarben, konfiszierte der Zoll bei der diesjährigen Automechanika, der weltweit größten Aftermarket-Fachmesse der Automobilwirtschaft. Damit belief sich die Zahl der sichergestellten Waren auf mehr als das Fünffache der rund 150 beschlagnahmten mutmaßlichen Fälschungen auf der letzten Automechanika 2016. Laut Olaf Scheffler, Sprecher des Hauptzollamts Darmstadt, wurden jetzt „67 Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen das Marken-, Design- und Patentgesetz“ gegen potenzielle Fälscher eingeleitet; 2016 waren es noch 59 Verfahren gewesen.

Auch in diesem Jahr entdeckten die Zollbeamten bei ihren Kontrollen an Messeständen vor allem verdächtige Kfz-Ersatzteile wie Scheibenwischer, Bremsscheiben, Rücklichter und Stoßstangen oder Öl- und Luftfilter. Zudem wurde gefälschtes Werkzeug wie beispielsweise Wagenheber sichergestellt. Die betroffenen Waren kamen vor allem aus China; unter den Herkunftsländern waren aber auch beispielsweise Brasilien, Indien, Russland, die Türkei und die USA sowie EU-Länder wie Schweden, Spanien und Portugal.

Standinhaber, die zum ersten Mal ins Visier der Zollbeamten gerieten, mussten vorab 500 Euro Sicherheitsleistung für voraussehbare Strafen und Gerichtskosten in bar bezahlen; bei Rückfalltätern wurde der dreifache Betrag eingefordert. Insgesamt belief sich die Summe der kassierten Sicherheitsleistungen auf mehr als 127.000 Euro.

Vertreter der betroffenen Hersteller halfen den Zollmitarbeitern vor Ort, indem sie fragwürdige Artikel auf ihre Echtheit prüften. Zudem wurden die Kontrollen von der Initiative Messe Frankfurt against Copying unterstützt, die durch einen eigenen Stand auf dem Messegelände vertreten war und beratende Gespräche über das Vorgehen gegen Schutzrechtsverletzungen anbot. Auch ein rechtsanwaltlicher Notdienst stand Betroffenen für eine Erstberatung zur Verfügung.

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Quellen

Zoll, kfzbetrieb.de

Artikel in Kooperation mit dem Anti-Piracy Analyst , Ausgabe September 2018

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