Komplexe Lieferwege erschweren Bekämpfung von Fälschungen

Komplexe Lieferwege erschweren Bekämpfung von Fälschungen

Verpackt in mehreren kleinen Paketen und versendet über bestimmte Umschlagplätze gelangen Fälschungen unbemerkt auf internationale Märkte, wie ein Report von OECD / EUIPO zeigt. Markeninhaber wollen dagegen vorgehen – aber wie?



Fälschungen tauchen in verworrenen Lieferwegen unter

Autor: Emilie Bargueno, International Product & Market Manager bei tesa scribos
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Blog Routes of Counterfeits Packages
Online-Handel und Globalisierung bringen mit sich, dass Waren massenweise und weltweit versendet werden. Für Fälscher eine willkommene Gelegenheit: Sie nutzen das komplexe Geflecht von Transportwegen, um ihre gefälschten Produkte unbemerkt in verschiedene Länder zu versenden.

Ein Report von OECD und EUIPO zeigt die gängigsten Handelsrouten von Fälschungen auf: Albanien, Ägypten, Marokko und die Ukraine fungieren als wichtige Umschlagplätze für Sendungen in die Europäische Union (EU). In die USA gelangen Fälschungen insbesondere über Panama. Über Länder des Mittleren Ostens, bspw. die Vereinigten Arabischen Emirate, werden die gefälschten Produkte meist nach Afrika versendet.

An diesen Umschlagplätzen geschieht zweierlei: Zum einen werden die Lieferdokumente so verfälscht, dass der Ursprung der Sendung nicht mehr nachvollziehbar ist. Zum anderen werden die Waren, die in großen Containern ankommen, in zahlreiche kleinere Pakete umverpackt und umetikettiert. Ist das einmal geschehen, wird es beinahe unmöglich, die Quelle der Fälschungen und Plagiate herauszufinden und die Urheber entsprechend zu bestrafen.

Dabei spielen in China auch sogenannte „Buying Agents“ eine Rolle. In der Regel werden sie beauftragt, da ein Kauf im Ausland oft Schwierigkeiten für den Käufer mit sich bringt. Probleme entstehen u.a. durch strenge Zollbestimmungen und Sprachbarrieren. Buying Agents kaufen daher im Auftrag ihrer Kunden Produkte und kümmern sich dann um den internationalen Versand. Leider können so auch Kauf und Lieferung von Fälschungen verschleiert werden.
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Investigatoren und Zollbeamte unterstützen

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shipping company workers counting containers at depot
Zollbeamte und Investigatoren der Markeninhaber wissen zwar um die gängigen Transportwege und Tricks der Fälscher. In der Praxis gestaltet sich die Bekämpfung jedoch schwierig. Markeninhaber können hier unterstützen! Autorisierte Produkte müssen für Zollbeamte und Investigatoren direkt als solche erkennbar sein. Oft können Fälschungen und Originalprodukte äußerlich jedoch kaum auseinander gehalten werden. Indem Schutzetiketten Originalen eine rückverfolgbare Produktidentität geben, kann auf einen Blick klar unterschieden werden zwischen Fälschung und echtem Produkt.

Ein entscheidender Vorteil für Zollbeamte und Investigatoren, denn so können Fälschungen einfacher aus dem Verkehr gezogen werden.

Im Idealfall sind diese Sicherheitsmarkierungen mit einer Online-Prüfplattform verzahnt. Nutzer wie Investigatoren, Zollbeamte und Endkunden können die Sicherheitsmarkierungen und damit die Originalität eines Produktes schnell und einfach online verifizieren. Jeder Check wird mit der Information zum genauen Zeitpunkt und Ort der Überprüfung im System hinterlegt. Sollte die geprüfte Sicherheitsmarkierung vom Soll abweichen, wird auch das im System gespeichert. Dann handelt es sich möglicherweise um eine Fälschung.

Mit Anbindung der Online-Plattform an die digitale Datenbank der Weltzollorganisation (WCO) IPM Connected haben Zollbeamte schnellen Zugriff auf wichtige Informationen des Markeninhabers. Der Markeninhaber erhält dadurch detaillierte Marktdaten, die als Grundlage dienen für die Kommunikation an Zollbeamte und den Einsatz von Investigatoren. Diese können innerhalb des Systems auf die genauen Geo-Daten der verdächtigen Produkt-Checks zugreifen und damit gezielt Fälscher-Hotspots überprüfen.
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