Heftige Fälschungsvorwürfe plagen Amazon

Heftige Fälschungsvorwürfe plagen Amazon

Erneut sorgt Kritik an Amazon für Aufsehen – jüngste Vorwürfe stammen aus der Elektronikbranche in den USA. Der Versandriese geht unterdessen in die Offensive und reicht Klagen gegen mehrere mutmaßliche Fälscher ein, die auf seinem Marketplace mit illegalen Produkten gehandelt hätten.



Online-Riese Amazon in Streit mit Hersteller für Elektronikzubehör

Autor: Elena Bose, Online & Public Relations Manager bei tesa scribos
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Der Online-Riese Amazon steht aktuell in der Kritik eines US-amerikanischen Herstellers für Elektronikzubehör. Das Unternehmen ElevationLab hatte nach eigener Aussage mehrfach damit zu kämpfen, dass Fälscher preisgünstige Imitate seiner Produkte auf dem Amazon Marketplace verkauften. Die Zusammenarbeit mit Amazon war dabei für das kleine Unternehmen bislang nur wenig zufriedenstellend, so dass ElevationLab in einer Mitteilung Amazon vorwirft, sich am Handel mit Fälschungen zu beteiligen.

„Wenn wir merken, dass jemand gefälschte Produkte verkauft, müssen wir einen Fall öffnen und Amazon kontaktieren“, erklärt Tom Floyd von ElevationLab. „Wir mussten das bereits dreimal tun, da ein Fälscher immer wieder mit einem neuen Verkäuferkonto auftaucht.“ Zuletzt dauerte es fünf Tage, bis das Konto des Fälschers gesperrt wurde, so Floyd weiter; wertvolle Zeit, in der der Originalhersteller zahlreiche Verkäufe an die Produktpiraten verloren habe.

Floyd sieht hier einen klaren Handlungsbedarf für Amazon und kritisiert, dass die Richtlinien des Versandhändlers derartige illegale Praktiken begünstigten. Auch würden beispielswiese Händler, die durch den Verkauf von Plagiaten aufgefallen wären, zwar von Amazon blockiert; ihre nachgemachten Waren erhielten sie jedoch in der Regel zurück, so dass sie die Fälschungen unter einem anderen Benutzernamen direkt wieder zum Verkauf anbieten können.

Mit seiner Kritik ist der Elektronikartikel-Hersteller nicht alleine. Das deutsche Traditionsunternehmen Birkenstock zum Beispiel sieht Amazon ebenfalls als Mittäter, der vom Handel mit Fälschungen profitiere.
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Amazon verklagt mutmaßliche Fälscher

tesa SE
Die verdächtigen Artikel waren bei der Einfuhr aus China von Beamten des US-Zolls beschlagnahmt worden.
Amazon hat unterdessen Klagen gegen mehrere mutmaßliche Fälscher eingereicht, die illegale Produkte über Amazon Marketplace verkauft hätten. Darunter sind drei Klagen in Zusammenarbeit mit Vera Bradley, einem US-amerikanischen Designunternehmen: Der Hersteller für Gepäck und Handtaschen hatte Amazon kontaktiert, nachdem er vom amerikanischen Zoll über vermeintliche Fälschungen seiner Produkte informiert worden war. Die verdächtigen Artikel waren von verschiedeneren Händlern über Amazons Marketplace verkauft worden und dann bei der Einfuhr aus China von Beamten des US-Zolls beschlagnahmt worden. Bei weiteren Untersuchungen bestätigte sich schnell der Fälschungsverdacht.

Vera Bradley verklagt die Fälscher jetzt auf Schadenersatz und beantragte zudem vor Gericht eine einstweilige Verfügung. Amazon verklagt die Händler unterdessen, weil sie mit dem Verkauf von Fälschungen gegen die Handelsbedingungen seines Marketplace verstoßen hätten. In diesem Zusammenhang betont Amazon klar seine Bemühungen gegen den Handel mit Plagiaten auf seinen Verkaufsplattformen: „Wir nehmen den Kampf gegen böswillige Akteure sehr ernst und werden nicht nachgeben.“

So seien bei Amazon unter anderem mehrere Teams damit beauftragt, illegale Produkte zu entfernen und dazugehörige Nutzerkonten zu sperren. Darüber hinaus arbeite der Internetgigant an Algorithmen, die auf Grundlage maschinellen Lernens dabei helfen sollen, betrügerische Angebote schneller zu erkennen.

Neben den drei Klagen mit Vera Bradley reichte Amazon in den USA zuletzt auch Klage gegen Fälscher von Handyhüllen der Marke OtterBox ein, nachdem Testkäufe auf Amazon.com den Plagiatsverdacht des Originalherstellers bestätigt hatten.
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Quellen

ElevationLab, GeekWire, TechCrunch

Artikel in Kooperation mit dem Anti-Piracy Analyst, Ausgabe März 2018
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