Fälschungen: Online Retailer Wish in der Kritik

Fälschungen: Online Retailer Wish in der Kritik

Der rasant wachsende Online-Retailer Wish wird heftig für den Verkauf gefälschter Produkte kritisiert. Hintergrund dabei ist auch das Verkaufsmodell von Wish, das auf den direkten Verkauf billigster Produkte setzt, meist durch asiatische Hersteller.



Amazon und Alibaba bekommen Konkurrenz

Autor: Dr. Steffen Scheibenstock, Int. Product & Market Manager bei tesa scribos
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Neben dem Internet-Giganten Amazon, der als „Mittäter“ im Fälschungshandel kritisiert wurde, und dem chinesischen Alibaba-Konzern sieht sich nun auch der US-amerikanische Online-Shop Wish für den Verkauf von Piraterie-Waren in der Kritik. Der Shop des US-Konzerns ContextLogic Inc., laut Forbes auf einen Wert von 8,5 Milliarden Dollar (ca. 7,3 Milliarden Euro) geschätzt, legte in den letzten Jahren ein rasantes Wachstum hin und zählt nach eigenen Angaben über 300 Millionen Nutzer. Dazu gehören auch zahlreiche Kunden aus Deutschland und Europa – so ist Wish angeblich die viert-beliebteste Shopping-Seite in Deutschland, noch vor Zalando oder Otto.

Dabei setzt Wish auf billigste Produkte, die von den Herstellern selbst auf der Plattform verkauft werden – meist also Firmen in Asien, die Produkte für wenige Euro anbieten. Die Produkte werden oft aus Asien direkt an den Endkunden verschickt, der sie häufig ohne die übliche Produktverpackung erhält. Für die Nutzergruppe von Wish zählt dabei anscheinend vor allem der angebotene niedrige Preis.

Joan Porta von der Online-Markenschutz-Firma Red Points aus Barcelona sieht Wish demnach auch als eine der zehn größten Plattformen für Piraterie-Waren weltweit. „Wir finden jede Woche Hunderte bis Tausende Angebote für Fälschungen“, so Porta auf Digitalcommerce360. Neben Plattformen wie Amazon, Alibaba oder eBay sowie Social-Media-Seiten wie Instagram und Facebook bieten rasant wachsende eCommerce-Portale wie Wish neue Einfallsrouten für Fälschungen – und erhöhen so das Risiko für Unternehmen, unter illegalen Nachahmungen zu leiden.

Für Wish ist die Fälschungsproblematik dabei nicht komplett neu. Im Jahr 2016 berichtete Peter Szulczewski, CEO des Online-Händlers, dass sie chinesische Hersteller über das Thema Markenschutz informieren würden. „Wir müssen ihnen buchstäblich sagen, dass man nicht einfach ein Apple-Logo auf etwas anbringen und es verkaufen kann, dass das falsch ist“, so Szulczewski damals gegenüber TechCrunch. Wie stark Wish von Piraterie betroffen ist, illustriert aktuell auch eine Klage des Modelabels Off-White, das im März vor einem New Yorker Gericht gegen 130 Wish-Händler vorging.
Der Online-Handel mit gefälschten Produkten bleibt für viele Unternehmen eine wichtige Herausforderung. Erst vor kurzem gelang Europol ein groß angelegter Fahndungserfolg gegen Produkt- und Markenpiraterie in sozialen Medien: In Zusammenarbeit mit zahlreichen europäischen Behörden wurden insgesamt mehr als 20.000 Fälschungen beschlagnahmt.

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Quellen

Anti-Piracy Analyst / Digitalcommerce360.com, The Atlantic, FashionNetwork.com, E-Commerce News Europe

Artikel in Kooperation mit dem Anti-Piracy Analyst, Ausgabe Juli 2018
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