Fälschern den Garaus machen: Amazon, eBay und Alibaba werden aktiv

Fälschern den Garaus machen: Amazon, eBay und Alibaba werden aktiv

Die E-Commerce-Riesen Amazon, eBay und Alibaba starten Anti-Fälschungsprogramme: durchdachte Schutzstrategie oder nur ein Tropfen auf den heißen Stein?



Der illegale Online-Handel mit Fälschungen rückt in den Fokus der Öffentlichkeit

Autor: Elena Bose, Online & PR Manager bei tesa scribos
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Fake Charger
Globalisierung und das starke Wachstum des Online-Handels erschweren den Kampf gegen Fälschungen. Auf Online-Verkaufsplattformen wie eBay, Alibaba und Amazon werden eine Vielzahl von illegalen Produkten und Fälschungen angeboten. Damit rückt das Thema Fälschungen immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit.

Das bekommen insbesondere die führenden E-Commerce Riesen zu spüren, denn einige Markeninhaber ziehen ihre Konsequenz daraus. So zum Beispiel Birkenstock: Der deutsche Markenhersteller hat den Verkauf seiner Originalprodukte über Amazon in den USA gestoppt. Spätestens jedoch seit der Meldung von Apple, dass 90% der auf Amazon verkauften Apple-Ladegeräte gefälscht sind, steht Amazon unter Druck.

Amazons Erfolgskonzept basiert auf dem sogenannten Amazon Marketplace. Händler können sich dort anmelden und ihre Produkte selbstständig vertreiben. Der Kunde profitiert von kompetitiven Preisen und schnellen Lieferzeiten. Das Risiko liegt jedoch auf der Hand: Bei mehr als 60.000 internationalen Händlern lässt sich nur schwer überprüfen, ob tatsächlich autorisierte Waren angeboten werden oder etwa Fälschungen.

In den letzten Monaten hat sich einiges getan: Den Anfang machte eBay mit einem Anti-Fälschungsprogramm, gefolgt von Alibaba. Und auch Amazon hat angekündigt, gegen den Verkauf von gefälschten Produkten vorgehen zu wollen.

Wie sieht Amazons Konzept gegen Fälscher aus? Und sind tatsächlich spürbare Erfolge zu erwarten?
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Amazon Transparency: Durchdachte Schutzstrategie oder Tropfen auf den heißen Stein?

Amazons Ziel ist klar: Amazon Marketplace soll keinen Raum mehr bieten für den widerrechtlichen Verkauf von Produktfälschungen. Konkret möchte Amazon ermöglichen, dass verdächtige Händler bzw. Shops schnell und unkompliziert blockiert werden können. Das Anti-Fälschungsprogramm trägt den Namen Transparency.

Über die sogenannte Amazon Brand Registry Plattform haben Rechteinhaber beispielsweise die Möglichkeit, Dokumente zu ihren IP- und Markenrechten hochzuladen. Auf dieser Basis könnten Händler, die dagegen verstoßen, gesperrt und rechtlich belangt werden.

Das „Wie“ gestaltet sich allerdings schwierig. Das Programm sieht vor, dass jede teilnehmende Marke alphanumerische, 26-stellige Codes bei Amazon erwirbt und diese auf ihren Produkten anbringt. So trägt jeder Artikel eine einzigartige gedruckte Artikelnummer. Sind nach einer Übergangsphase alle Produkte mit den serialisierten Codierungen versehen, werden Produkte ohne diese Markierung – z.B. Fälschungen – nicht mehr von Amazon akzeptiert und können damit nicht verkauft werden.

Allerdings ist bei rein gedruckten Produktmarkierungen Vorsicht geboten, wie wir in unserem Beitrag „Gedruckte Produktkennzeichnungen fälschungssicher machen“ erläutern. Denn gedruckte Nummern können leicht nachgedruckt oder vervielfältigt werden.

Die wichtigsten Fragen bleiben:
  • Ist es realistisch erreichbar, dass jeder Originalartikel bei Amazon zukünftig einen Code erhält?
  • Wie wird bei Zwischenhändlern die Originalität geprüft, wenn der Markeninhaber gar nicht mit Amazon zusammenarbeitet?
  • Wie wird erreicht, dass der Codegenerator nicht geknackt wird und am Ende gültige Codes im Netz gehandelt werden?
  • Fälschungen werden häufig über undurchsichtige Kanäle auf tausenden von Portalen gehandelt – wie verhindert man bei Blockade eines verdächtigen Portals bei über 60.000 Händlern das Auftauchen von 10 neuen?

Seit Frühjahr 2017 läuft eine Pilot-Phase des Projekts in den USA. Inwiefern das Konzept Wirkung zeigen wird, bleibt abzuwarten. Wir werden Sie dazu auf dem Laufenden halten. Auch Amazon scheint klar zu sein, dass der Kampf gegen Fälscher eine Mammut-Aufgabe ist, denn wie Vice President von Amazon Marketplace Peter Faricy sagte:

“I don't think it's the kind of thing where you ever feel like there's a clear ending, it's a journey.”
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