Kondom-Fälscherbande in China hochgenommen

Kondom-Fälscherbande in China hochgenommen

Chinesische Ermittler hoben kürzlich einen großen Verhütungsmittel-Fälscherring aus. Dabei beschlagnahmten sie über 500.000 Schachteln voll gefälschter Kondome minderwertiger Qualität, die namhafte Markenprodukte imitiert haben sollen.



Erfolgreiche Razzia

Wie jetzt bekannt wurde gelang chinesischen Behörden im August ein Schlag gegen einen überregional operierenden Kondom-Fälscherring: In einer Reihe von Razzien in Ost- und Zentralchina stellten sie Kondomplagiate im Wert von etwa 50 Millionen Yuan (ca. 6,3 Millionen Euro) sicher. Die billigen Imitate waren als gängige Markenprodukte chinesischer sowie renommierter ausländischer Hersteller wie etwa Durex ausgegeben worden.

Laut chinesischen Medien verkaufte die Bande ihre potenziell gefährlichen Plagiate an Hotels, Supermärkte und Betreiber von Verkaufsautomaten. Der Betrug flog auf, als Behörden in der Provinz Zehijang auf einen lokalen Händler aufmerksam wurden, der die nachgemachten Kondome für einen Bruchteil des Originalpreises vertrieben hatte. In der Folge wurden insgesamt 17 mutmaßliche Mitglieder des Fälscherrings verhaftet, gegen die aktuell noch ermittelt wird.

Gefertigt wurden die Fälschungen anscheinend oft in improvisierten Werkstätten in den Provinzen Henan und Hubei, teils unter mutmaßlich katastrophalen hygienischen Bedingungen. „Sie haben die Kondome in einem Eimer mit Silikonöl angemischt. Es war weit unter offiziellen Produktionsstandards“, so Ermittler Zheng Xidan.

Gefälschte Verhütungsmittel können eine ernstzunehmende Gesundheitsgefahr sein. „Es ist unwahrscheinlich, dass es in diesen illegalen Werkstätten, die oft sehr dreckig sind, die richtigen Methoden zur Kontrolle der Bakterien- und Pilzlevel oder zum Testen auf Löcher gibt“, so Chen He, Produktmanager eines chinesischen Präservativherstellers. „Manche von diesen Billigkondomen werden sogar aus gebrauchten recycelt.”

Leider sind die gefährlichen Plagiate weit verbreitet: Erst im Februar hatten chinesische Behörden etwa 2 Millionen minderwertige Kondomimitate aus dem Verkehr gezogen; seit 2014 sollen allein in Henan mindestens 10 Fälle ähnlicher Größenordnung vor Gericht gebracht worden sein. In Europa etwa hatte der italienische Zoll 2015 hunderttausende Präservativimitate chinesischen Ursprungs abgefangen, die man laut damaligen Medienberichten kaum vom Original unterscheiden konnte. Im gleichen Jahr sorgten Millionen gefälschter Kondome in Australien für Schlagzeilen.

 

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