Amazon Update: Anti-Fälschungsprogramm ausgeweitet

Amazon Update: Anti-Fälschungsprogramm ausgeweitet

Nach einer Pilotphase hat Amazon sein Programm zur Bekämpfung von Fälschungen ausgeweitet. Wie geht es künftig weiter? Wird das Programm gefälschte Produkte auf der Verkaufsplattform zurückdrängen können?



Pilotphase des Transparency Programms abgeschlossen

Autor: Elena Bose, Online & PR Manager bei tesa scribos
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Wie wir in unserem Blog-Beitrag berichtet haben, hat Amazon Maßnahmen getroffen, die den Verkauf von Fälschungen über die Plattform verhindern sollen. Zusammengefasst besteht das Anti-Fälschungsprogramm Transparency aus zwei Komponenten:

Brand Registry Plattform: Dort können Markeninhaber Informationen zu ihren Marken- und IP-Rechten hochladen. Basierend darauf sollen Händler, die über Amazon Marketplace Fälschungen oder andere unautorisierte Produkte verkaufen, einfach blockiert werden können.

Alphanumerische Codierungen: Händler sollen Originalprodukte mit 26-stelligen Codierungen kennzeichnen und so von Fälschungen unterscheidbar machen. Die tatsächliche Umsetzung der Markierung aller über Amazon Marketplace verkauften Produkte dürfte sich schwierig gestalten angesichts der Massen an registrierten Händlern. Auch handelt es sich um gedruckte Markierungen, die einfach kopiert und vervielfältigt werden können und damit nicht unbedingt als Originalitätsnachweis geeignet sind.

Das Programm durchlief zunächst eine Pilotphase, in der die Maßnahmen ausschließlich auf Amazons eigene Produkte und Marken angewandt wurden. Medienberichten zufolge wurde das Programm nun auf alle Produkte ausgeweitet, die über Amazon Marketplace verkauft werden.
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Wie geht es weiter?

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Momentan ist die Nutzung des Programms freiwillig und kostenlos. Marken können selbst entscheiden, ob sie über die Brand Registry Plattform Informationen zu Markenrechten bereitstellen, und Händler, ob sie die von ihnen angebotenen Markenprodukte mit den Codierungen versehen.

Vermutet wird, dass die Teilnahme künftig verpflichtend und kostenpflichtig sein wird. Es werden Kosten von einigen Eurocents pro eine Million Codes erwartet. Eine verpflichtende Teilnahme am Programm ist sinnvoll. Allerdings stellt sich nach wie vor die Frage, ob eine Durchsetzung realistisch ist angesichts der vielen Tausend Händler. Auch das Problem der unsicheren gedruckten Produktmarkierungen bleibt bestehen.
Markeninhaber, Medien und Rechtsexperten sind zu Recht unverändert skeptisch. Vielen gehen Amazons Maßnahmen nicht weit genug. Das zeigt auch der aktuelle Streitfall zwischen Amazon und der Swatch Group. Der Schweizer Uhrenhersteller beharrte auf einem Zugeständnis seitens Amazon, proaktiv gegen Fälschungen seiner Marken und unautorisierte Händler vorzugehen – doch Amazon lehnte ab. Swatch hat sich daraufhin dagegen entschieden, seine High-End Marken wie Longines und Omega über Amazon zu vertreiben.

Amazon könnte vom eigenen Anti-Fälschungsprogramm profitieren

Amazon reagierte mit dem Programm auf den Druck durch Medien und Markeninhaber. Sollte das Programm erfolgreich sein, profitiert Amazon langfristig. Denn das Image des Online-Riesen könnte sich verändern: von der Plattform mit massenhaft billigen Angeboten hin zu einer vertrauenswürdigen Verkaufsplattform mit hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandards. Amazon könnte dann gänzlich neue Marken für sich gewinnen, die sich bisher immer verwehrt haben. Allen voran hochpreisige Marken, bspw. aus der Luxusindustrie.

Dennoch wird sich der Online-Riese immer im Spannungsfeld zwischen kompetitiven Preisen und der Garantie von Qualität und Originalität bewegen.
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