Alibaba baut Anti-Piraterie-Allianz deutlich aus

Alibaba baut Anti-Piraterie-Allianz deutlich aus

Laut aktueller Meldung der Alibaba Group, konnte das Unternehmen 75 neue Marken für seine Anti-Counterfeiting Alliance gewinnen. Zu den Mitgliedern gehören zahlreiche Big Player verschiedener Branchen. Doch Alibabas Anti-Fälschungs-Initiative steht weiterhin in Kritik.



Alibaba erweitert Anti-Fälschungs-Initiative um 75 weitere bekannte Weltmarken

Autor: Elena Bose, Online & PR Manager bei tesa scribos
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Nachdem die Alibaba Anti-Counterfeiting Alliance (AACA) Anfang 2017 mit rund 30 Marken ins Leben gerufen worden war, konnte der chinesische Großkonzern jetzt die Anzahl der beteiligten Unternehmen mit 75 neuen, namhaften Mitgliedern mehr als verdreifachen.

Unter den teilnehmenden Marken finden sich zahlreiche Schwergewichte verschiedener Branchen wie beispielsweise der Technologiekonzern 3M, das Pharmaunternehmen Johnson & Johnson, die Sport- und Modemarken Adidas, Burberry und Levi’s, die Autohersteller Ford und Honda, die Lebensmittelkonzerne Mars und Danone, das Konsumgüterunternehmen Procter & Gamble, die Kosmetikmarken Estée Lauder und L’Oreal, der Luxusartikelhersteller Louis Vuitton sowie die Hard- und Sofwarekonzerne Adobe, Apple, Microsoft, Samsung and Sony.

Für Alibaba stellt die Anti-Counterfeiting Alliance eine Möglichkeit dar, gezielt gegen Fälschungen auf seinen Online-Handelsplattformen vorzugehen und Kritiker zu Verbündeten zu machen. Unter Verwendung moderner Technologien wie etwa Big Data, arbeiten die mittlerweile 105 Mitglieder der AACA in sechs Schlüsselbereichen zusammen. Diese umfassen die proaktive Überwachung von Angeboten, Testkäufe verdächtiger Produkte, Offline-Untersuchungen, die Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden, Zivilprozesse sowie Aufklärungskampagnen für Konsumenten.

"Beim Schutz geistigen Eigentums verfolgen wir einen gemeinschaftlichen Ansatz", erklärt Yao. "[Die beteiligten] Marken teilen Informationen zu ihren IP-Rechten und andere damit zusammenhängende Erkenntnisse über ihre Produkte mit uns, so dass wir unsere innovativen Technologien und Algorithmen nutzen können, um Missetäter zu entfernen und abzuschrecken.“
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Hält die AACA, was sie verspricht?

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Die Bemühungen im Kampf gegen Produkt- und Markenpiraterie zeigten Wirkung, beteuerte der chinesische Großkonzern jüngst auf seinem IPR Protection Summit in Seattle, bei dem zahlreiche Markeninhaber, IP-Rechtsexperten und Strafverfolgungsbehörden vertreten waren. So sollen beispielsweise im vergangenen Jahr 95 % aller Takedown-Anfragen binnen 24 Stunden bearbeitet worden sein; dies entspricht Alibaba zufolge einer Senkung der Bearbeitungszeit um 68 % im Vergleich zu 2016. Darüber hinaus habe der Konzern in etwa 1.900 Hinweise an Strafverfolgungsbehörden weitergegeben, rund 1.600 Verhaftungen im Zusammenhang mit IP-Rechtsverletzungen ermöglicht sowie das Ausheben rund 1.330 illegaler Produktionsstätten unterstützt.

All diese Zahlen sollen natürlich einen guten Eindruck erwecken. Weiterhin unklar bleibt jedoch, wie Waren bei der Ankunft beim Kunden verlässlich auf Originalität geprüft werden können. Denn fällt ein Produkt durch das Raster der Maßnahmen, ist der Kunde machtlos und kann sich nicht vor den Fälschungen schützen. Auch das Amt des US-Handelsbeauftragten steht der AACA kritisch gegenüber und setzte das chinesische Unternehmen vor kurzem erneut auf seine Notorious-Markets-Liste. „Wir loben Alibaba für seine Bemühungen. Dennoch bleiben trotz der beachtlichen Anstrengungen des Unternehmens zentrale Probleme ungelöst […]. Die bisher von Alibaba zur Verfügung gestellten Daten spiegeln nicht direkt das Ausmaß des Fälschungsproblems […] wider, sondern deuten höchstens eventuell erzielte Fortschritte an“, so der Report.
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Quellen

Alibaba, Alizila, Securing Industry, The Fashion Law

Artikel in Kooperation mit dem Anti-Piracy Analyst, Ausgabe Mai 2018
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